Alt-Rover Logbuch

1995 versuchten wir erstmals, unsere Fahrten und Erlebnisse vergangener Jahre zu dokumentieren. Wir mußten feststellen, wie schwierig es war, aus der Erinnerung heraus eine lückenlose Aufzählung zu bewerkstelligen. Lediglich Fotos halfen uns auf die Sprünge, wenn wieder einmal das Gedächtnis versagte. Wieviel mehr mochte an Details - an Erlebtem - verloren gegangen sein, wenn schon das Auflisten von Fahrten Probleme bereitete. Kein Wunder bei dieser Vielzahl von Unternehmungen. Ähnlich einem Fahrten-Tagebuch, sollte ein Runden-Logbuch knapp und präzise das Wichtigste festhalten. Hier einige zensierte Einträge im Kartei-Karten Stil:

Datum: 16.11.97 Ort: Stumpfwald/Pfalz
Unternehmen: Wanderung Strecke: Bahnstrecke: Ramsen - Alsenborn
Teilnehmer:   zurückgelegte Km: 20
Bobesch Fussel Joe Biber (Fahrer) Jürgen 15 km Schiene + 5 km Waldweg 7:45 Treffpunkt am Friedhof; Besuch an Wolfgangs Grab. Start: 8:50 Bahnhof Ramsen (Endhaltestelle S-Bahn). Offengelassene Strecke war teilweise stark überwuchert und wegen Brombeerbüsche und umgestürzter Bäume schwer passierbar (Machete wäre angebracht gewesen). Wegen der ebenerdigen Trasse war trotz des ungewohnten Schrittabstandes ein schnelles Fortkommen möglich. Das Viadukt beim Forsthaus Stumpfwald mußte wegen Sperrung in schwindelnder Höhe umklettert werden. Pause am Haltepunkt Eiswoog, dann weiter bis zum Tunnel. Mit Taschenlampen ging's vorwärts. Im Tunnel Bergdurchbruch gesichtet. Vor Alsenborn wurde gerastet (an einer gefundenen Draisine). Am Bhf Alsenborn durch den Wald bis zum Leininger Gericht. Von dort zum Bahnkörper und zurück durch das Tunnel. Dunkelheit bricht ein. Abendessen im Landgasthof Kleehof. Gigantischer Muskelkater kündigt sich an
Datum: 06.01.99 Ort: Kraidacher Höhe
Unternehmen: Wanderung Strecke: Mörlenbach-Waldmichelbach
Teilnehmer:   zurückgelegte Km: 20
Fussel Joe Bernie Hülsi Jürgen Biber erstmals nicht mit dabei: war mehrere Wochen wegen Ischias krank und soll nun ab 7.1. wieder arbeiten. Start: 7:14 mit dem Bus; Umsteigen auf Bahn in Weinheim. Am Bahnhof Mörlenbach an der Weiche rechts abbiegen. Bahnlinie anfangs stark verkrautet - wird aber besser. Mittagessen auf einem Viadukt am Schotterwerk bei Weiher. Längstes Tunnel hat nahezu 800 m. Berg stark wasserführend. Blauer Himmel und frühlingshaft warmes Wetter. In Weinheim abends in die Pizzeria (Privatbrauerei hatte geschlossen).
Datum: 06.01.97 Ort: Fürth im Odenwald
Unternehmen: Wanderung Strecke: Fürth, Lindenfels, Gumpener Kreuz, Weschnitz, Altlechtern, Fürth
Teilnehmer:   zurückgelegte Km: 18
Bernie Fussel Joe Biber Hülsi Jürgen Wegen harten Winters und Schneefall in den vergangenen Tagen (20 cm und mehr) mit der OEG nach Weinheim und Zug nach Fürth. Wegen hohem Schnee extrem anstrengendes Laufen. Unterwegs nur 2 ältere Herren am steinernen Kreuz zw. Fürth und Lindenfels getroffen. Ob wir immer noch solche Touren machen, wenn wir mal so alt sind? Altlechtern hat montags Ruhetag. Einkehr abends in der Hausbrauerei Weinheim.
Datum: 21.-23.03.97 Ort: Nordelsass/Neudahn
Unternehmen: Extremity Strecke: Wanderung: Wegelnburg/Hohenburg
Teilnehmer:   zurückgelegte Km: 3
Biber Klaus v. Stern Fussel Jürgen Hülsi Bernie Joe Ratte Stichwort: Hale Bopp Kometenbeobachtung von den Burgzinnen. Fahrer: Fussel, Biber Abfahrt 19:30, nächtliche Ankunft in Kapelle Erbsental: Liederabend. Klaus U. erstmals in der Kapelle dabei; hat sich gleich ein Loch in seine Alu-Untermatte gebrannt. Samstag: Wanderung von Nothweiler zur Wegelnburg (dt.) und Hohenburg (frz.). Beide Burgen sind für Übernachtungen geeignet (Gehzeit ca. 45 Min.). Nachmittags Aufstieg zur Burg Neudahn. Joachim kommt von seiner Prüfung (Netzwerke) nach. Alle sammeln Feuerholz; danach wird die "Zeremonie" im Untergeschoß einstudiert. Feuerholz über Seilzug eingeholt. "Zeremonie" im Fackelschein durchgeführt. 67 Flaschenbier niedergemacht!
Datum: 30.04.97 Ort: Heiligenberg/Heidelberg
Unternehmen: Walpurgisnacht Strecke: Heiligenberg/Heidelberg
Teilnehmer:   zurückgelegte Km: 3
Joe Fussel Biber und andere Mittwoch: 21:00 Uhr Abfahrt bei Bibers. In Höhe des Schlosses unterhalb des Heiligenberges links einbiegen, bis Schranke. Zu Fuß mit Dosenbier im Rucksack den Aufstieg begonnen (keine Taschenlampe dabei!). Großartige Walpurgisfete in der Thingstätte: Großes Lagerfeuer in der Mitte der Bühnenfläche; zahlreiche TAM-TAMs und austral. Didgeridoos; Mädels in mittelalterlicher Tracht und blonden Zöpfen; tanzende Gruppen bewegen sich im Rythmus; Trommeln im Wald antworten; Feuerschlucker oberhalb der Thingstätte erhellen das Amphitheater; Auf den Rängen sitzen einzelne Gruppen - beleuchtet von Friedhofskerzen und Laternen.
Datum: 06.-11.05.97 Ort: Böhmer Wald/ Obere Moldau
Unternehmen: Schlauchboot Strecke:  
Teilnehmer:   zurückgelegte Km:  
Biber Fussel Jurgen Hülsi (Fahrzeug) Joe Ratte Bobesch (Fahrzeug) Bemerkung: wegen Naturschutzzone I ist der Kontakt zum Begleitfahr-zeug durchweg problematisch (kann pro Person bis 10.000 cKr teuer werden). Funkgeräte haben sich als sehr nützlich erwiesen; Tages-verpflegung sollte mitgenom-men werden. geflügelte Worte: "Da mach ich dir 'ne Schrumpf-Muff-druff" (Biber) "gibt's doch gar nicht ..!" Abfahrt Dienstag 18:30 Uhr bei Jürgen. Ankunft zw. Zwiesel und Bayr.Eisenstein ca. 02:30; strömender Regen und alle Uferwiesen stark morastig. Gegen 03:30 übernachten wir unter einer Straßenbrücke bei Zwiesel/Glaserhäuser. Kaltes Erwachen und windzugiges Frühstück im Bandregen. Beschluß: Weiterfahrt nach Tschechien über die Otawa zur Moldau. Otawa (zwei Quellflüsse: Vydra u. Kremelna) beide für Schlauchboote geeignet (ca. WW II ); warme Moldau dagegen eher ruhiger Waldfluß mit Urwaldcharakter. Biber verlangt in Volary (Wallern) den Bürgermeister und wird freundlich zur Polizei verwiesen: diese erteilt bereitwillig Auskunft über Befahrbarkeit und Zeltmöglichkeiten entlang der Moldau. 1. Übernachtung am Zeltplatz in Horni Vltavice; Rundgang durch Ortschaft: tote Hose und einige Landprostituierte am Straßenrand; eine Stunde auf demFriedhof verbracht und über die Vertreibung der Sudetendeutschen referiert. Grabinschriften entziffert; ca. 50 % deutscher Herkunft. Abends Liedersingen am Lagerfeuer; tschechische Studenten drehen morgens um 7:00 die Musik laut auf! Bobesch explodiert: "denen gehört doch von morgends bis abends die Fresse poliert"; Baut sich mitten auf dem Platz auf. "Ich vertrete hier den Bürgermeister: alles antreten zum Fressepolieren" 2. Übernachtung am Zeltplatz bei Soumarsky Most; danach fließt der Fluß breit und tief bis zum Lipno-Stausee; Ausbooten an der Brücke bei Nova Pec; von hier Rückfahrt mit Auto nach Soumarsky Most zur 3. Übernachtung. Abends Lagerfeuer und Pseudo-Krimsekt (von Fidschis gekauft) getrunken; war wohl gepanscht, da einige (Fussel, ich Herz- u. Kreislaufprobleme hatten). Samstags Autofahrt nach Susice (Otawa) und zurück nach Deutschland; Zelten in Zwiesel (Platz beim Hallenbad) Körperreinigung und gepflegtes Abendessen im Restaurant am Zeltplatz (gutaussehende Köchin und Zeltplatzverwalterin waren leider lesbisch. (Ratte: Frust).
Datum: 26.-29.09.97 Ort: Birresborn, Irrel, Mayen
Unternehmen: Extremity Strecke: Eishöhlen, Prüm-Wasserfälle, Teufelsschlucht
Teilnehmer:   zurückgelegte Km:  
Fussel Jürgen Bobesch (Fahrzeug) Hülsi (ab Samstagnachmittag) Spruch: "dumm gebabbelt is a schunn g'schwätzt!" Abfahrt: Freitag 18:00 Ankunft am Parkplatz Birresborner Eishöhlen ca. 20:30; kurzer Fußmarsch von 1,9 km zum Höhlensystem. Ab 11 Uhr unzählige Fledermäuse (11 von 22 in Deutschland vorkom-mende Arten) haben unsere Schlafsäcke im Kerzenlicht umschwärmt. Ständiges Ein- und Ausfliegen. Nachts röhrende Hirsche im Wald gehört. Samstag morgen das Höhlensystem ausgekundschaftet. Dabei Verbundsystem erkannt und in den hinteren Höhlen neue Lagermöglichkeiten entdeckt (für nächstes Mal). Auto-Transfer zu den Wasserfällen bei Irrel. Wanderung durch die Teufelsschlucht (beeindruckende Felsenlandschaft). An Parkplatz gegen 16:30 Hülsi getroffen. Weiterfahrt nach Ettringen/Mayen zur Genoveva-Höhle. Dort 3 Pfadfinder aus Bonn angetroffen (Versprechensfeier). Habe mir nachts den linken Knöchel verstaucht. Sonntags Exkursion in Ettringer Basaltgrube und Essen in der Eifelperle.
Datum: 06.02.99 Ort: Rover-Faschingsfete: Afrika
Unternehmen: Fete Strecke: Theke hin und zutück
Teilnehmer:   zurückgelegte Km:  
Hülsi (Reisender) Fussel. + Karin (Pinguine) Peter (Reisender) Ratte + Petra (Eingeborene/Sudan) Bobesch (Löwe) + Tine (Neger) Bernie (Menschenfresser mit Knochen) Jürgen (Hosenneger) Biber (Tarzan) Hülsis Kellerbar: Biber (außer Lendenschurz: nix an) hat toll eingeheizt. Bobesch im Löwenfell mußte schwitzen. Bernhard + Karin haben sich nicht im Kontinent geirrt: am Kap gibt's ca. 30 Pinguinarten! Hülsi ständig mit Koffer auf Achse. Bernie mit echtem Oberschenkelknochen (Lehrmittelsammlung) als Menschenfresser unterwegs. Zu Essen gab's Salate und heiße Würste (Biber u. Hülsi kauften ein. Biber: ach Gott die Barbera! Hülsi läßt beinahe alles fallen) Material wieder mit Schubkarre beigeschleppt. "umballa, umballa" = Prost "gestatten: Bo; Bim Bo" Spiele: Porträtzeichnen, Waden erkennen, Besenstilspiel, Nudelholz-Weiterreichen, Gabelstiel-Versenken.
Datum: 26.-28.03..99 Ort: Elsaß: Kapelle Erbsental und Burg Schöneck
Unternehmen: Extremity Strecke: Theke hin und zutück
Teilnehmer:   zurückgelegte Km:  
Fussel (Bus 1) Bernie Joe Hülsi (Bus 2) Jürgen Bobesch Matthias L. (Gast aus dem Süden) Freitag 18:00 Treffpunkt und Abfahrt bei Jürgen; 2 Busse. Treffen mit Matthias Punkt 20:30 am Weintor in Schweigen (Hülsi mußte nochmals zurückfahren: hatte Wurstwaren im Kühlschrank vergessen!). Schreck: Kapelle war bestuhlt! Bänke mußten erst zum Altar vorgeschoben werden (Schlafplatz hätte gerade für 8 Personen gereicht; Matthias mußte vor dem Lettner schlafen) In der Nacht leichter Nieselregen; meist im Freien gestanden und erzählt Frühstück südl. von Bitsch entlang der Eisenbahnlinie. wg. Regens nur kleine Wanderung zu den Felsüberhängen bei ..... (wäre auch fürs Übernachten geeignet) Abend auf Ru. Schöneck: Nebel steigt auf und es regnet sich ein. Mit 7 Mann ist die Übernachtungskapazität im Spiegelsaal voll ausgelastet. Joe und ich stiften trockenes Brennholz; Fussel und Bernie sammeln Brennholz im Wald - kommen tropfnass zurück. Feuer im Tonnengewölbe entzündet. Zwischen 23/24 Uhr in die Schlafsäcke: Betondecke wird langsam undicht: es tropft! Sonntag: Besuch der Walthari-Burg/Mittagessen auf dt. Seite/hinter Weintor
Datum: 30.04.99 Ort: Heidelber/Heiligenberg
Unternehmen: Walpurgisnacht Strecke:  
Teilnehmer:   zurückgelegte Km:  
Joe Jürgen (Hülsi) Mit der OEG ab 20:13 von Bhf Seckenheim nach HD. Maibock in der Fußgängerzone getrunken; anschl. Döner gegessen. Höllenspektakel auf dem Uni-Platz. Mega-laute Musik lärmt durch die Altstadt: dass so etwas erlaubt ist? Joe und ich mit Döner in der Hand dorthin. Riesige Musikanlage auf LKW-Hänger. Plötzlich verstummt alles: Glockengeläute. Ansage: Normalerweise müßte jetzt Schluß sein, aber weil es so schön ist, machen wir noch eine Stunde weiter!! Plakate für ein autonomes Zentrum in HD ringsum. Ich zu Joe: Ich glaub', das gibt Ärger, lass' uns gehen. Wir drehen uns um: Polizei im Kampfanzug, 2-reihig, beginnen den Platz abzuriegeln - nix wie weg!! Über die alte Neckarbrücke und die Hirschgasse hoch: Bierpause an der Holzhütte; unterwegs Leute aufgelesen und mitgeführt. Thingstätte Ankunft ca. 23:30: schätze 7-8000 Leute; kaum Feuerstellen (später wurden es mehr) ansonsten wie immer. Fertiger Feuerschlucker mit angesengter Hose grillt sich die Eier! Hülsi war mit Moni per Auto hochgefahren (Polizeibeamtin betört: Hülsi mit Wanderschuhen erzählt was von wegen gehbehindert.) wir konnten jedoch einander nicht finden! Auf dem Rückweg kollidierte Joe mit einem Besoffenen und ging zu Boden: Handgelenk angebrochen (Mist: Schlauchbootfahrt ist in Gefahr)
... so!
Jetzt ist aber Schluß!