...denn Rover sein ist ein Versuch, Extremity zu sein! (Liedrefrain)
Burgen-Touren

Vor Jahren kamen wir auf die Idee, unsere Wanderungen auf mehrere Tage auszudehnen. Mit einem Zelt wollten wir uns nicht belasten, gibt es in den Wäldern doch genügend Unterschlupfmöglichkeiten: Burgruinen mit Kellerverliesen, überdachte Gewölbe, welche halbwegs trocken sind, Felsvorsprünge und Höhleneingänge. Alle diese Dinge verbinden uns mit der Historie unseres Landes und den Menschen, welche vor Zeiten hier lebten, arbeiteten oder gar kämpften.

Gefühle sagen oft mehr aus! Zwar kann keiner, der einmal auf einer Burgruine übernachtet hat nachvollziehen, wie das hektische Treiben bei Belagerung ausgesehen haben mag, oder wie verschlafen und ländlich das tägliche Leben sich vollzog. Aber nur der oder die Rover, welche nächtens erwachten und vermeinten ein kindliches Wimmern zu vernehmen (war's 'ne verwilderte Katze oder der stürmische Wind, der über die Zinnen fegte und den Treppenturm gleich einer Orgelpfeife in Resonanz versetzte) können sich vorstellen, wie es jenen Schatzsuchern ergangen sein mußte, welche Jahrhunderte vor unserer Zeit heimlich und im Schein einer Lampe versuchten jenen Schatz zu heben, der schon seit Generationen mündlich überliefert wurde. Keiner getraute sich im ausklingenden 20.ten Jahrhundert den sich offensichtlich auf den Burgzinnen ablaufenden Dingen auf den Grund zu gehen. Zwar glaubt niemand mehr an das Gespenst, doch was ist, wenn alles nur geträumt! Selbst die realistische Wirkung des berühmten Zwickens in's Bein könnte Teil eines Traumes sein. Was wird den Träumenden oben auf der Burg erwarten? Hat man sich im Traum so unter Kontrolle, um allen Trugbildern zu widerstehen? Was ist, wenn uns der Traum hinabführt: 20 oder mehr Meter geht es in die Tiefe! Der kluge Rover traut sich selbst nicht über den Weg, zügelt seine Neugier, dreht sich im Schlafsack um und versucht trotz weiter anhaltenden Wimmerns erneut Schlaf zu finden. Erst als kurze Zeit später, der neben an liegende Freund ihn weckt und auf das nächtliche akustische Treiben aufmerksam macht, findet er Gewißheit, daß das kein Traum sein kann! Auch zu Zweit findet man nicht den Mut, sich Gewißheit zu verschaffen. Doch wie groß ist das Erstaunen, wenn man anderntags zum Frühstück das gemeinsame Erlebte zum Thema macht, der Freund sich aber an kein gemeinsames Erleben mehr erinnern kann, dafür aber einen eigenen Traum zum Besten gibt, der an Verwunderlichem in Nichts der ersten Geschichte nachsteht: auch in seiner Geschichte spielt ein kleines weinendes Kind die Hauptrolle, seine gerade 3 jährige Tochter, vom Vater mit auf Extremites genommen, im Wald verloren und nun gegenüber einem alten Schulhaus aus dem 19 Jh. , in welchem wir neben Spinneweben Quartier gefaßt haben, bei fremden Leuten gefangen gehalten! Welche verbüffende Parallele. Natürlich ist alles nur Spinnerei, aber uns ist schlagartig klar geworden, wie all' diese Spukgeschichten ihren wahren Erlebniskern offenbaren.

Schild-Wache
sagenumwobene Burg
Kemenate
zünftiges Lagerfeuer
Batterie-Kopf Burg-Innenhof
Lagerfeuer
Schlaftrunk